Demokratie macht Schule – Einweihung der "Zeitfenster" am Rotteck-Gymnasium

|| Sollen Bilder von Direktoren in unserer Schule ausgestellt werden, die das NS-Regime als Schulleiter unterstützt hatten? Oder sollten wir nicht lieber diese Direktorenbilder abhängen?

Das haben wir, die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurs Geschichte 2018-2020 am Rotteck-Gymnasium, uns gefragt. Angestoßen von einer Debatte um das angemessene Erinnern an zwei ehemalige Direktoren der Jahre 1933 bis 1945, haben wir uns mit der 179-jährigen Geschichte der Schule in Rahmen eines zweijährigen Projekts auseinandergesetzt. Als roten Faden haben wir dabei die Demokratie gewählt: Von Karl von Rotteck (Vorreiter der Demokratie und Antisemit?) über die Zeit des Nationalsozialismus (Was passiert in einer Schule, wenn es keine Demokratie mehr gibt?) bis hin zur 68er Bewegung (Mehr Demokratie durch Streik?).

Um diese und viele weitere Fragen zu beantworten, waren wir im Stadtarchiv und haben uns professionellen Rat bei den städtischen Museen, bei Historikerinnen der Stadt Freiburg und der Fotografin Anja Limbrunner gesucht,  haben Dokumente aus den letzten zwei Jahrhunderten gelesen und am Ende wortwörtlich selbst Geschichte geschrieben. Die 179 Jahre wurden in Zeitabschnitten, den "Zeitfenstern",  zusammengefasst. Mit Hilfe der Grafikdesignerin Ulrike Kleine-Ebeling haben wir dann ein Konzept entwickelt und umgesetzt, wie man diese in der Schule ausstellen kann.

Am 5. Oktober konnten dank der finanziellen Hilfe des Vereins der Freunde die „Zeitfenster“ als Dauerausstellung eröffnet und eingeweiht werden. Über QR-Codes können nun neben den direkt sichtbaren Texten weitere "Zeitfenster" geöffnet werden, zum Beispiel mit Blick auf eine der ersten drei Abiturientinnen des Rotteck-Gymnasiums (1902): Else Liefmann. Damit können die "Zeitfenster" weiter wachsen und die Schülerinnen und Schüler der nächsten Jahre daran arbeiten und sich fragen: "Was macht Demokratie für mich aus?"

Laura Burzacchini