Ein Treffen der besonderen Art: Igiaba Scego, Autorin eines der literarischen Schwerpunktthemen im Fach Italienisch, in Freiburg

|| Am 18.10.2019 fand im Rotteck-Gymnasium für die Schülerinnen und Schüler der Kursstufen 1 und 2 des Rotteck-Gymnasiums und des Droste-Hülshoff-Gymnasiums ein Treffen mit der Schriftstellerin Igiaba Scego statt.

Igiaba Scego, Römerin mit somalischen Wurzeln, thematisiert in ihrer Kurzgeschichte „Dismatria“ (italienische Wortneuschöpfung; dt. „Nicht-Mutterland“) die Schwierigkeit, in dem Land, in das man ausgewandert ist, wirklich Fuß fassen zu können, ohne dabei das Gefühl zu haben, sein ursprüngliches Heimatland zu „verraten“. Die Protagonistin – der Scego bewusst keinen Namen gegeben hat – ist es leid, alle persönlichen Habseligkeiten in Koffern aufbewahren zu müssen, um möglichst immer zur sofortigen Rückkehr in die (alte) Heimat bereit zu sein. Sie sehnt sich nach einem Schrank, nach einem Zuhause, das nicht nur als vorübergehend angesehen wird. Doch wie soll sie es ihrer Mutter beibringen, die sich allein schon vor dem Gedanken, in Italien sesshaft zu werden, aufs Energischste abschottet und zudem innerhalb der Familie ein strenges Regiment führt. Zum Glück gibt es da Angelique, die es auf ihre Art schafft, dass sich die Träume ihrer Freundin verwirklichen.

Es war ein spannendes und interessantes Zusammentreffen. Auf alle Fragen unserer Schülerinnen und Schüler ging Igiaba Scego sehr ausführlich ein und ließ uns teilhaben an vielen, teils autobiographischen, persönlich erlebten Momenten, die in „Dismatria“ eingeflossen waren. Scego transportierte mit jeder Faser ihres Seins die Auseinandersetzung mit der eigenen Transkulturalität und war dadurch gewissermaßen eine Einladung an jeden von uns, das Zusammenleben verschiedener Kulturen und damit verbundene unterschiedliche Wahrnehmungen mehr in den Blick zu nehmen: was prägt mich selbst, wo beginnen meine Vorurteile, welche Gründe beeinflussen meine Wahrnehmung der Dinge?

Ein besonderer Dank geht an Frau Alessandra Ballesi-Hansen vom „nonsolo-Verlag“, die Igiaba Scego nach Freiburg eingeladen und dabei auch eine Begegnung Scegos nur mit unseren Schülerinnen und Schülern ermöglicht hat. Wie viele Schülerinnen und Schüler können von sich behaupten, den Autor eines Abi-Sternchenthemas persönlich erlebt zu haben! Unser Dank richtet sich natürlich auch an Igiaba Scego selbst, die uns mit diesem Treffen den direkten Zugang zu ihrer Literatur ermöglicht hat.

Dr. Marina Crespi Günther (Rotteck Gymansium), Tanja Piesch und Christine Stoll (Droste-Hülshoff-Gymnasium)