nachgefragt mit Giora Feidman

Musik – die Sprache der Seele

So begann auch das Gespräch mit Giora Feidman am 16.05.2009. Die leisen und gefühlvollen Töne seiner Klarinette verschafften dem weltberühmten Klezmer-Musiker schon zu Beginn des Gesprächs die volle Aufmerksamkeit. Er schaffte es auch, die intime Atmosphäre zu erhalten, indem er dem Publikum verbot, die Ruhe durch Applaus zu zerstören. Wie das Publikum später erfuhr, ist Ruhe „one of the strongest feelings“ für ihn. Die Mischung aus Humor und ernsten Gedanken sorgte im Gespräch mit Clara Koller und Julia Roth für unterhaltsame und tiefgründige 1 ½ Stunden.

Obwohl Feidman sagte: „Deutschland ist mein home“ fühlte er sich nicht zu Hause genug, um sich für die blauen Nachgefragtstühle zu begeistern. Auch das eilig herbeigetragene Sofa entsprach nicht seinen Wünschen und somit fand ein Nachgefragt-Gespräch zum ersten Mal weitgehend im Stehen statt. Eine weitere Premiere war der Mix drei verschiedenen Sprachen: Deutsch, Englisch und vor allem Musik. Letztere Sprache versuchte auch ein Teil des Nachgefragt-Teams, unterstützt durch die spontan verpflichteten Lehrer, zu sprechen. Ganz im Sinne des jüdischen Oskarpreisträgers, der Musik als Vermittler zwischen Menschen, Kulturen und Religionen sieht. Jede Religion ist für ihn „the freedom to love god“, deshalb wünscht er sich ein friedliches gemeinsames Miteinander.

Feidman lernte von seinem Vater ein „servant for society“ zu sein und sieht sich heute mit seiner Musik als Symbol für Versöhnung.