nachgefragt mit Prof. Dr. Gerald Hüther

An dieser Aufgabe können Sie wachsen

Am Samstag den 20.Juni 2009 fand im Stadttheater im Rahmen des Projekts „Schule träumen“ ein weiteres Gespräch der „nachgefragt“ - Reihe statt. Leonie Wiedmann und Adrian Ochs hatten die Ehre den Neurobiologen und Hirnforscher Dr. Gerald Hüther begrüßen zu dürfen.

Zu Beginn schlüpften die Moderatoren in die Rolle von Psychologen und unterhielten sich mit dem Gast über seine Vergangenheit und seine Meinung zum sinnvollen Lernen an Schulen. Dabei stellte sich heraus, dass er die Meinung vertritt, dass die Begeisterung im Leben eines Menschen eine zentrale Rolle spielt. Sie ist sozusagen „der Sprit des Gehirns“. Doch nach einer Traumreise in die perfekte Schule in bequemer Liegeposition, kamen dann auch unliebsame Entwicklungen der Gesellschaft zur Sprache. Vor allem, dass der Konsum von leistungssteigernden Psychopharmaka beständig populärer wird, stufte Dr. Hüther als kritisch ein. Nach dem Wechsel zur Hauptbühne blieb die Stimmung locker, doch die ernsten Themen wurden mit angemessener Seriosität behandelt. Computerspiele bezeichnete Hüther als „Ersatzbefriedigung für die Leute, die keine Aufgaben finden, in denen sie wachsen können“. Jeder Mensch braucht eine Aufgabe, in der er wachsen kann und wer wächst, der rostet nicht. Am wichtigsten für diesen Wachstumsprozess sind die Gruppen und Freunde, mit denen man sich verständigt. Zum Abschluss erfuhr das Publikum an der „Angreifbar“, dass auch Gehirnforscher kein Problem beim bewussten Abtöten von Gehirnzellen haben müssen, denn der Verlust von Nervenzellen beim Rauchen ist ihm „egal“. Die Moderatoren durften sich am Ende darüber freuen, eine Aufgabe, in der man wachsen kann, gefunden zu haben.