Natur- und Bach-AG

Das Rotteck-Gymnasium hat im Rahmen der Schulsanierung erwirkt, dass der an das Schulgelände angrenzende Kronenmühlenbach renaturiert und den Schülerinnen und Schülern zugänglich gemacht wird. Unsere Bachpaten untersuchen und pflegen das Gewässer, bepflanzen den Uferstreifen und bauen Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten.

Zwei Jahre lang hat sich eine ständig wachsende Gruppe von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern dafür eingesetzt, dass der an das Schulgelände angrenzende Kronenmühlenbach aus seinem Kanal befreit und renaturiert wird. Wir freuen uns sehr, dass dieses Projekt realisiert wurde und somit ein Bach Teil unseres Schulhofs wurde.

Mit der Fertigstellung des südlichen Pausenhofs und der Renaturierung des Kronenmühlenbachs entlang des Schulgeländes übernimmt das Rotteck-Gymnasium eine Bachpatenschaft. Eine Arbeitsgemeinschaft kümmert sich darum, dass sich „unser“ Bach gut entwickelt und sich Tiere und Pflanzen ansiedeln.

Diese Aufgaben werden von den Bachpaten übernommen:

  • Regelmäßige Bestandsaufnahme, z.B. Kleinlebewesen im Bach
  • Kartieren des Baum- und Strauchbestandes
  • Regelmäßiges Pflegen des Uferbewuchses und Beseitigung von Neophyten
  • Müll entfernen
  • Bachputzete 1-2 mal pro Jahr
  • Gewässeruntersuchungen (chemisch-physikalisch)
  • Schaffen und Beobachten von Nist- und Laichplätzen; Säuberung und Kontrolle derselben
  • Regelmäßige Dokumentation der Veränderungen nach der Renaturierung

Neben unserer regelmäßigen Arbeit im und am Bach haben wir noch folgende Aktionen durchgeführt:

Bäume für Klimaschutz: Im März 2019 pflanzten 32 Schülerinnen und Schüler über 300 Traubeneichen im Rahmen einer gemeinsamen Aktion von SMV und der Natur- und Bach-AG.

Die Bäume werden nun viele Jahrzehnte lang CO2 aus der Luft aufnehmen und in ihrer Biomasse binden. Auf der Waldfläche waren zuvor Weißtannen gefällt worden, die durch den heißen Sommer und Borkenkäferbefall Schaden erlitten hatten. Angeleitet wurden wir von Revierförster Dieter Thoma, der uns erklärte, dass die Eichen dem Klimawandel voraussichtlich besser standhalten können als die Tannen.

Müll und Müllvermeidung ist weiterhin unser Thema. Alles, was in Bächen, Flüssen und Strömen landet, kann mit dem Wasser in die Meere und Ozeane geschwemmt werden. Plastikmüll zum Beispiel. Dort gefährdet er Tiere und gelangt in die marine Nahrungskette. Unter dem Motto „Wir haben die Schnauze voll. Stoppt die Plastikflut“ haben wir einen großen Pappmaché-Delfin, dessen Maul mit Verpackungsmüll vollgestopft ist, in der Schule aufgehängt. Er soll auf die Problematik aufmerksam machen. Daneben haben wir Plakate mit Informationen über die Schäden für Tiere und Hinweisen zur Vermeidung von Plastik angefertigt.

Wie 2016 haben wir an der Aktion der Plastikpiraten teilgenommen (näheres siehe dort).Außerdem gibt es seit 2016 jedes Jahr an unserem Stand beim Adventsbasar der Schule selbst angefertigte Tragetaschen aus Zeitungspapier – die „Freiburger Zeitungstasche“. Natürlich 100% recycled.

Alles, was in Bächen, Flüssen und Strömen landet, kann mit dem Wasser in die Meere und Ozeane geschwemmt werden. Plastikmüll zum Beispiel. Dort gefährdet er Tiere und gelangt in die marine Nahrungskette. Die „Plastikpiraten“ waren dazu aufgerufen, die Wissenschaft zu unterstützen und auf Expedition zu gehen. Wie echte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sie Makroplastik wie zerrissene Tüten, weggeworfene Plastikflaschen oder verknotete Angelschnüre und Mikroplastik, kaum wahrnehmbare Kleinstpartikel, gesucht, gezählt und dokumentiert.  Das Vorkommen von Plastikmüll in und an deutschen Fließgewässern ist vielerorts noch unerforscht. Die Citizen-Science-Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!“ für Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren trug dazu bei, diese Lücke zu schließen.

Bei diesem Projekt haben wir die Sukzession an unserem noch jungen renaturierten Bach und seinen Ufern über ein ganzes Jahr genau untersucht. Neben einer Fotodokumentation über die Veränderungen und regelmäßigen Wasseruntersuchungen haben wir ein Kaltwasseraquarium eingerichtet, in dem wir die ökologische Situation unseres Baches nachempfinden konnten.

Die Schüler der Arbeitsgemeinschaft bauten Nistkästen für Vögel und Insektenhotels, die auf dem Schulgelände aufgehängt wurden. Mit dieser und vielen anderen Aktionen zum Tierschutz wurden wir mit einem Schüler-Tierschutz-Preis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Das Rotteck-Gymnasium wird für die Renaturierung des Kronenmühlenbachs auf ihrem Schulgelände mit dem zweiten Naturschutzpreis der Stadt Freiburg ausgezeichnet. Vor Ort ist die Auswirkung auf die Natur sichtbar, beobachtbar und messbar. Die Renaturierung des Bachs ist nachhaltig und ohne weiteres erkennbar. Das große, ausdauernde Engagement von Schule, Schülerinnen und Schülern, Eltern und Bachpaten, die über Jahre hinweg dieses Konzept erarbeitet und umgesetzt haben, bewertete die Jury als vorbildlich.