ROTTECK FOR PEACE

|| Rotteck für Frieden – eine Solidaritätsaktion. Uns ist es nicht egal, was da gerade im Osten Europas vor sich geht. Wir Schüler sind erschüttert und das Thema ist im Laufe der letzten drei Wochen auch in unseren Köpfen immer präsenter geworden.

Ein Zeichen der Solidarität Richtung Ukraine im Namen der Schülerschaft lag uns daher mehr als sehr am Herzen. Ziel der Solidaritätsaktion am Freitag, den 18.03.22 sollte es sein, Stellung zu beziehen und den Krieg zu verurteilen.

Als sich gegen 11:10 Uhr alle SchülerInnen auf dem Schulhof versammelt hatten, war unschwer zu erkennen, dass die Mehrheit dem Aufruf der SMV, in blau-gelb gekleidet zu kommen, nachgekommen war.

Zahlreiche aussagekräftige Transparente, welche von den SchülerInnen der verschiedenen Klassen im voraus angefertigt worden waren, haben den SchulsprecherInnen bei ihrer als zentrales Element der Versammlung dienenden Rede den Rücken gestärkt.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.“ Schon vor 90 Jahren sprach Mahatma Gandhi das aus, was in unserem demokratischen Grundverständnis verankert ist. Wir SchülerInnen kennen keinen Krieg. Wir wollen keinen Krieg. Wir wollen, dass er endet. Wir wollen Frieden. Seit unsere Eltern uns als kleine unschuldige, unbefangenen Dinger auf die Welt gesetzt haben, ist in und unter uns die Vorstellung eines genügsamen, friedlichen, sicheren, gerechten Lebens. In unseren Familien, in unserer Stadt, in unserem Land, in Europa. Diese Vorstellung wurde verraten. Wir sind wütend, wir sind traurig, wir sind enttäuscht. Was du, was sie, was wir gerade fühlen, das ist ok. Wenn Menschen anfangen, über das Leben und den Tod anderer zu entscheiden, ist unser Grundverständnis des Zusammenlebens als eine Weltgemeinschaft angegriffen.

Lasst uns uns nicht von unserer Wut leiten lassen. Lasst uns die, doch leider so seltene Einigkeit nutzen, lasst uns gemeinsam für den Frieden und die Gerechtigkeit auf dieser Welt einstehen. Lasst uns den von Wladimir Putin begonnenen Krieg nicht akzeptieren. Was seit mittlerweile 3 Wochen auf ukrainischem Boden passiert, ist ein Verbrechen. Ein Verbrechen am globalen Frieden, am europäischen Frieden, an unseren unschuldigen ukrainischen Schwestern und Brüdern. Aber auch an denen, denen im eigenen Land die Hände gebunden sind und der Kriegswiderstand unmöglich gemacht wird. Und auch an denen, die außerhalb des Konfliktgebiets Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren müssen.

Wir rufen dazu auf, unschuldigen russischen MitbürgerInnen offen, unvoreingenommen und so gerecht zu begegnen, wie wir es für uns selbst auch erwarten. Wir rufen dazu auf, unsere Solidarität mit der Ukraine offen zu bezeugen und für den Frieden einzustehen. An unserer Schule sammeln wir Hilfspakete, um die Opfer des Krieges zu unterstützen. Jede weitere Hilfe, sei es ein Euro, Deutschunterricht oder ein Schlafplatz, ist dankend angenommen. Jetzt zählt alles. Schon jetzt gibt es aber unzählige Menschen, denen die Hilfe zu spät kommt. In Gedenken der Opfer und als Zeichen unserer Solidarität bitten wir euch, einige Momente zur Ruhe zu kommen. […]"

Es folgte das Aufnehmen einiger Fotos von der ihre Transparente in die Kamera haltenden Masse. Der Schriftzug «ROTTECK FOR PEACE» sollte hierbei im Mittelpunkt stehen.

Herr Werner dankte zum Abschluss allen Beteiligten für die Organisation, und vor allem der Schülerschaft für ihre Solidarität und Stellungnahme.

Rückblickend ist es uns als eine Schulgemeinschaft gelungen, ein starkes Zeichen zu setzen gegen Krieg und unsere Überzeugung eines friedlichen Miteinanders zu bekunden. Die während der wenigen Minuten spürbare Einigkeit war beeindruckend und wird hoffentlich noch einige Zeit unser Schulleben prägen.