Skype Termin mit norwegischen Schülern

|| Wussten Sie schon: In Norwegen ist der durchschnittliche Stromverbrauch pro Kopf ca. fünfmal so hoch wie der eines durchschnittlichen Deutschen? Dass Norweger sehr viel mit Strom heizen? Ein durchschnittlicher norwegischer Schüler zum Mittagessen in der Schule Brot mit braunem Käse isst? Dass zwischen all diesen Dingen ein Zusammenhang besteht?

Nein, dann sind Sie offensichtlich keine der drei Schülerinnen vom Rotteck-Gymnasium, die sich Ende letzten Jahres mit einer Gruppe norwegischer Schüler über Fragen zum Stromverbrauch in Deutschland und Norwegen ausgetauscht haben.

Begonnen hat alles mit einer Aufgabe, die die SchülerInnen der Klasse 9b im Rahmen des Themas Verantwortung für die Umwelt in der Klassenlehrerstunde (in Kooperation mit Physik) bearbeitet haben. Alle SchülerInnen sollten dazu ihren eigenen Stromverbrauch zu Hause täglich zur selben Uhrzeit messen und aufschreiben, ob irgendwelche elektrischen Geräte an den einzelnen Tagen zusätzlich zu den normalen Geräten (Kühlschrank, Fernseher, Computer Radio) liefen. War also beispielsweise die Waschmaschine übermäßig in Betrieb oder fand ein Fest statt, sollte das vermerkt werden.

Nach einer Woche wurden die Ergebnisse zusammengefasst und verglichen. Dieselbe Aufgabe wurde auch von Schülern aus Norwegen durchgeführt. In einem Skypemeeting durfte jede Schülergruppe dann ihre Ergebnisse präsentieren. Heraus kam, dass der Energiebedarf der Norweger an elektrischer Energie wesentlich höher ist, nämlich tatsächlich ca. fünfmal so hoch, wie der der Deutschen, dass aber auch der Energiemix ein anderer ist. Während es sich in Deutschland tatsächlich um einen bunten Mix aus Atomkraft, Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Kohle, Gas und Biogas handelt, wird die elektrische Energie in Norwegen tatsächlich zu 98 % aus Wasserkraft gewonnen. Während elektrischer Strom in Deutschland also nur bedingt klimafreundlich ist, ist er in Norwegen sehr umweltfreundlich. Die Antwort wofür das Plus an elektrischer Energie in Norwegen verwendet wird, war vielschichtig: Weil elektrische Energie so klimafreundlich ist in Norwegen, ist Heizen der Stromfresser Nummer 1 – zumal es dort wesentlich kälter ist als bei uns. Als wir die aktuellen durchschnittlichen Tagestemperaturen (-1°C in Norwegen und 20°C in Freiburg) verglichen, baten die norwegischen Schüler uns besuchen zu dürfen. Kühlschrank, Backofen etc. scheinen ähnliche Stromfresser zu sein. Ein zweiter Grund ist selbstverständlich auch, dass es in Norwegen aktuell dunkler ist, als in Deutschland. Sowohl in Norwegen, als auch in Deutschland sind LEDs auf dem Vormarsch. Während aber einige deutsche Schüler mittags in der Schule ein warmes Essen zu sich nehmen und abends dann kalt vespern, ist es in Norwegen ganz üblich mittags in der Schule Brot mit braunem Käse zu essen und dann abends zu kochen. Auch das könnte ein Grund für einen höheren Strombedarf sein. Schlussendlich war noch die Vermutung, dass der Strombedarf in Norwegen eventuell wegen einem dort höheren Einkommen höher sein könnte als in Deutschland.

Einig waren sich beide Schülergruppen, wie man Strom sparen kann – elektrische Geräte ausschalten und nicht im Standby lassen, Licht ausschalten, wenn man den Raum verlässt. Wenig fernsehen und Radio hören. Am Wichtigsten ist aber einfach ein bewusster Umgang mit elektrischen Geräten.

Weil es allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht hat sich auszutauschen, wurde verabredet sich im Sommer noch einmal per Skype zu treffen und dann die Werte zu vergleichen, wenn es in Norwegen wärmer und heller ist.

A. Weihberger