2. Skypemeeting mit Norwegischen SchülerInnen

|| Im Rahmen des Projekts mascil (http://mascil.ph-freiburg.de/) fand im Juni ein erneutes Skypemeeting von drei Rotteck-Schülerinnen der Klasse 9b mit sechs norwegischen Schülern statt. Wie bereits beim ersten Skypemeeting im Winter wurden auch dieses Mal die großen Unterschiede im Stromverbrauch von Norwegen und Deutschland diskutiert, dieses Mal allerdings mit den Verbrauchswerten im Sommer.

Wie bereits im Winter lasen SchülerInnen der Klasse 9b und norwegisch Schüler eine Woche lang täglich ihren Stromzähler zu Hause ab und bestimmten den familiären Stromverbrauch. Während er im Winter Deutschland durchschnittlich bei ca. 10kWh lag, war er in Norwegen bei ca. 60 kWh. Auch in den offiziellen Statistiken finden sich solch große Unterschiede wieder. Bei der Suche nach möglichen Gründen stießen wir darauf, dass in Norwegen in aller Regel mit Strom geheizt wird, während dies in Deutschland in der Regel nur beim Einsatz von Wärmepumpen der Fall ist. Sehr häufig wird jedoch mit Öl, Gas oder Holz (Pellets) geheizt. Außerdem ist es in Norwegen im Winter auch wesentlich dunkler, weshalb mehr elektrische Energie für Licht benötigt wird. Es wurde also ein weiteres Treffen für den Juni vereinbart, für den im Vorfeld noch einmal die Stromverbrauch gemessen werden sollte.

Schon als die Ergebnisse der 9b zusammengetragen wurden, waren die Ergebnisse erstaunlich: Entgegen der Erwartung, dass der Stromverbrauch um 20% - 30% abnehmen würde, unterschied er sich im Durchschnitt lediglich um 5%. Es gab sogar SchülerInnen, bei denen er exakt gleich hoch war wie im Winter! Mögliche Gründe dafür sind, dass durch die LEDs die Einsaparungen beim Licht relativ gering sind. Außerdem fand die Messung in den Ferien statt, so dass nur die SchülerInnen täglich messen konnten, die in dieser Zeit zu Hause blieben, und diese verbrachten mehr Zeit zu Hause als unter der Schulzeit. Folglich hatten sie auch mehr Zeit elektronische Geräte zu Hause zu nutzen. Auf Grund dieser Ergebnisse waren alle sehr gespannt, welche Resultate die Norweger präsentieren würden. Wir erwarteten, dass ihr Stromverbrauch im Sommer ungefähr gleich hoch sein würde, wie in Deutschland.

Auf deutscher Seite waren dann Lilly, Lena und Matilde beim Skypemeeting dabei. Während Lilly und Matilde bereits im November teilgenommen hatte, war es für Lena eine neue Erfahrung. Tatsächlich hatten die Norweger im Sommer weniger Strom verbraucht als im Winter. Allerdings war ihr Verbrauch immer noch bei ca. 45 kWh pro Tag, also 4,5 mal so hoch wie in Deutschland! Sie erzählten, dass sie teilweise immer noch heizten, weil es morgens manchmal nur 5°C hat. Außerdem benötigen sie auch für das Warmwasser Strom und wir stellten fest, dass der Strom in Norwegen mit 3 Ct/kWh um ein Vielfaches günstiger ist als in Deutschland. Dies könnte dazu führen, dass die elektrischen Geräte dort weniger Energieeffizient sind als in Deutschland. Der günstige Strompreis rührt mit Sicherheit daher, dass über 90% der elektrischen Energie aus den heimischen Wasserkraft werken stammt.

Auf Grund der deutschen Ergebnisse wäre eine Langzeitmessung noch interessant, allerdings ist ein weiterer Vergleich nicht möglich, da die Norweger bis zur 9. Klasse auf einer Gemeinschaftsschule sind, und danach entweder eine Ausbildung beginnen oder auf eine höhere Schule wechseln.

Anika Weihberger