Einen Spaziergang wert

|| "Mauern - Grenzen - Stacheldraht" ist der Titel einer Ausstellung der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft in der DDR (UOKG), die derzeit im Schulhof des Rotteck-Gymnasiums zu sehen ist.

Weil "Mauern - Grenzen - Stacheldraht" nicht nur überwundene deutsche Geschichte sondern zugleich Phänomene im Europa der aktuellen Jahre sind, haben die Schülerinnen und Schüler der Schülertalkshow "nachgefragt" diese Ausstellung in eine eigene Collage eingebunden: auf "sieben Metern Berliner Mauer", nach Muster der Freiburger Universitätsbibliothek mit Metallplatten belegt und "in unserer Welt deplatziert wie ein Ufo", zeigen sie nicht nur die sechzehn Verfolgtenbiographien der Ausstellung: Schon von weitem erkennt man eine Schwimmweste, die auf dem Kamm der Mauer zurückgeblieben ist. Ein Ventil eines Schlauchbootes ist eingelassen. Daneben der Text: "defektes Ventil - 50 Tote". Telefonhörer bieten Toncollagen. Wie eine Kanonenkugel steckt ein Globus in der Mauer fest, ohne sie wirklich durchdrungen zu haben. Eine Videocollage blickt mit Schrecken auf den Mauerbau weltweit.

Das Kunstwerk junger Schülerinnen und Schüler, die in einem Europa ohne Grenzen aufgewachsen sind, ist allemal einen Spaziergang wert. Besonders eindrucksvoll erscheint es in den Abendstunden, wenn viele warme Lichtakzente auf der Westseite der Mauer mit dem kalten Licht von Peitschenlampen auf der Ostseite kontrastieren.