"Mehr als 15000 Studiengänge, hunderte von Hochschulen im In- und Ausland! Wie kann ich mich in diesem Info-Dickicht überhaupt noch zurechtfinden?"
Wir, mehr als 50 Studien- und Fachberater der 6 Freiburger Hochschulen und ein Kreis von Gymnasiallehrern haben uns überlegt, wie wir unseren zukünftigen Studierenden Orientierungshilfe im "Dschungel der Studienmöglichkeiten" bieten können.
Mehr als 2 Jahre haben wir in Arbeitskreisen gemeinsam ein Konzept diskutiert und – auf der Basis des 1. Hochschultages im Oktober 2015 – die gesammelten Erfahrungen in ein Modell gegossen, das wir nun beim 2. Freiburger Hochschultag mit einiger Zuversicht, aber auch einem Rest an Skepsis unserem jugendlichen Publikum vorstellten.
Das Publikum: … derzeit noch Pausenbrot, in Bälde wohl Studentenfutter!
Unser Publikum rekrutierte sich aus 21 Freiburger Gymnasien, wobei manche Schulen eine hohe Teilnehmerquote, andere eine vergleichsweise geringere hatten. Wir, die allgemein bildenden Gymnasien ebenso wie die beruflichen Gymnasien hatten unsere Schülerinnen und Schüler der Oberstufe auf unser Angebot aufmerksam gemacht. Zeitgemäß präsentierten wir das Konzept und Angebot auf der eigens für den Hochschultag entwickelten Website: Auf www.freiburger-hochschultag.de konnte nicht nur das Gesamtangebot der ca. 4-stündigen Veranstaltung eingesehen werden; die Website fungierte ebenfalls als Buchungsplattform. Jeder Teilnehmer konnte bis zu 3 Veranstaltungen buchen.
Das Konzept: schülernah, kompakt, klar strukturiert!
Im Unterschied zu großen Bildungsmessen, die zwar eine Informationsflut, jedoch kaum Filter und Lenkung bieten, ist unser Angebot – zusammengestellt auch unter Einbeziehung der Fragen und Interessen unserer Schülerinnen und Schüler - vorstrukturiert.
Neben übergreifenden Themen, die jeden künftigen Studenten betreffen:
"Viele Wege – ein Ziel? Tipps und Tools für eine gute Studienwahl"
"Stipendien und mehr – Möglichkeiten der Studienfinanzierung"
"Über den Tellerrand schauen: Auslandsaufenthalte während des Studiums"
bieten wir Fächervorstellungen zu den derzeit wichtigsten Studiengängen an, wobei neben traditionell etablierten Fächern auch aktuelle, zukunftsweisende Studiengänge vorgestellt werden. Ingenieurwissenschaften, Volkswirtschaft, Medizin und Jura stehen neben Studiengängen im Bereich der neuen Medien, Kunst und Design – schon die Titel der Veranstaltungen machen klar, dass wir unser Angebot an unserem jugendlichen Publikum ausrichten:
"Informatik allgemein und Informatik für audiovisuelle Medien"
"Mach was mit Deiner Musik. Musikstudienangebote"
"Liberal Arts and Sciences"
"Umweltnaturwissenschaft/ Waldwirtschaft & Umwelt"
"Was Kreatives mit Kunst und Design studieren"
"Was mit Medien studieren"
6 Freiburger Hochschulen: gemeinsam agieren, Vielfalt verkörpern!
Die Vielfalt der Angebote spiegelt sich auch in der Zusammenführung der 6 Freiburger Hochschulen wider. Herrn Dr. Dennis Mocigemba, dem Leiter der Zentralen Studienberatung der Universität Freiburg, ist es gelungen, die Evangelische und Katholische Hochschule, die Pädagogische Hochschule, die Hochschule für Musik und – erstmals – auch die private Hochschule für Kunst, Design und populäre Musik Freiburg für diese kooperative Informationsveranstaltung zu gewinnen. Mehr als 50 Beraterinnen und Berater widmeten sich ihren Schülergruppen; neben größeren Formaten mit bis zu 50 Teilnehmern waren es vor allem Informationsveranstaltungen für maximal 25 Schülerinnen und Schüler. Gerade dieses dominante Format ermöglicht einen engen Kontakt zwischen Referenten und Zuhörern. Ein unmittelbar nach Veranstaltungsende eingeholtes Feedback auf Referentenseite ergab ein durchaus homogenes Bild interessierter Schülergruppen, auch wenn man sich noch etwas mehr Mut und "Mumm" gewünscht hätte – viele Schülerinnen und Schüler verhielten sich eher zurückhaltend und beschränkten sich auf die Rolle des Zuhörers.
Netzwerke bilden, Offenheit nach allen Seiten, Einbeziehen unterschiedlichster Akteure!
Die Idee des Freiburger Hochschultages war von vornherein auf Offenheit und die Möglichkeiten einer kontinuierlichen Entwicklung des Angebots angelegt. Waren es zunächst 5 allgemein bildende Gymnasien, die zwar den Startschuss gaben, jedoch mit ihrer Schülerzahl das Angebot auf Hochschulseite nur unzureichend wahrnehmen konnten (der geplante 1. Hochschultag wurde deshalb storniert), so beteiligten sich im Oktober 2015 bereits 11 allgemein bildende Gymnasien. Dieser 1. Hochschultag gelang in einer Qualität, die es erlaubte, den Kreis der beteiligten Schulen für den 2. Hochschultag zu erweitern. So nahmen am 7. Oktober 2016 erstmals auch die beruflichen Gymnasien teil. Ungefähr 570 Registrierungen lagen vor, etwa 500 Schülerinnen und Schüler kamen ins Rotteck-Gymnasium, um Studieninformationen aus erster Hand zu erhalten.
Diesen "Marktplatz der Informationen und Begegnungen" nutzten auch einige Partner: Die Agentur für Arbeit, das Studierendenwerk, BOGY-Lehrerinnen und -Lehrer anderer Schulen sowie Vertreter vom Wegweiser Bildung der Stadt Freiburg waren vor Ort. Es war neben einem überzeugenden Konzept auch die Vernetzung verschiedenster Bildungsträger, die das Freiburger Bildungsmanagement dazu bewog, unser Projekt mit Mitteln des Innovationsfonds zu fördern – dies in der Hoffnung und Erwartung, dass sich der Freiburger Hochschultag auf Dauer etablieren kann.
Der Freiburger Hochschultag – ein Angebot mit Zukunft?
Als Mitinitiator, Veranstaltungsort und Projektpartner sind wir, das Rotteck-Gymnasium Freiburg, sehr zuversichtlich, dass neben den Schulen auch die 6 Freiburger Hochschulen die besondere Qualität dieses Formats erkannt haben. Sie erleben nicht nur eine sehr gute Resonanz, sondern nehmen auch die Chance wahr, die Zusammenarbeit untereinander zu intensivieren und Beratungsangebote und –konzepte gemeinsam weiter zu entwickeln. Die Evaluationsergebnisse, die in Kürze vorliegen, sollen hierbei einbezogen werden.
Gibt es den 3. Freiburger Hochschultag? "So ziemlich sicher", und gerne wieder am "Rotteck"!
E. Fugmann
» Bildeindrücke vom diesjährigen Freiburger Hochschultag









